Gegen Ende des letzten Jahres erregte der Fall von Leelah Alcorn große mediale Aufmerksamkeit. Ein transsexuelles Mädchen, das Suizid beging und die geschehenen Ereignisse in einem tumblr-Eintrag als eine Art Abschiedsbrief zusammenfasste. Tatsächlich war Flieder zu dem Zeitpunkt schon geschrieben, aber es gab mir doch letztendlich den Anstoß sich diese Geschichte zu “trauen”.

Dabei soll es hier nicht komplett um das große Thema “Transgender” gehen, das überfordert meine kleinen Kurzgeschichten, die meist nur einen Augenblick darstellen doch etwas. Es geht mir generell um den Geschlechterumgang von Eltern mit ihren Kindern. Wie Eltern austicken, wenn der Junge lieber rosa tragen oder mit Puppen spielen möchte (ohne zu wissen, ob es denn eine dieser berühmten Phasen ist, oder ein Anzeichen für die spätere Lebensführung des eigenen Kindes). Schon das meiste Kinderspielzeug ist so extrem auf Geschlechterrollen getrimmt – von wegen naturwissenschaftliches Spielzeug und Autos für Jungs, am besten in blau und Puppen mit rosa Kleidchen für Mädchen – dass es ein Zwang zu sein scheint das Kind stur entsprechend seines Geschlechts zu erziehen, statt es frei selbst entscheiden zu lassen.

Mich stört es, dass viele Eltern so in diesen männlich/weiblich-Rollen gefangen sind, dass sie häufig nichts dazwischen akzeptieren können. Damit einher geht eine Art Besitzanspruch auf das Kind, in einer Art: Wir haben einen Jungen auf die Welt gebracht, also soll der sich gefälligst auch wie ein Junge verhalten. So als hätte man sich eine Kaffeemaschine gekauft, die Kaffee kochen soll und nicht Tee. Dass auch die eigenen Kinder den Eltern nicht in diesem Sinne “gehören”, scheinen manche Eltern geflissentlich zu vergessen.

Ich kann sogar nachvollziehen, dass es schwierig für Eltern ist, wenn man Erwartungen an das Kind stellt, die in irgendeiner Form nicht erfüllt werden. Noch dazu wenn es Dinge geht, mit denen man sich selbst vielleicht überhaupt noch nie auch nur eine Minute beschäftigt hat. Man muss auch als Elternteil meiner Meinung nach nicht alles gut finden, was das Kind gut findet. Dennoch sollte man nicht gegen sein Kind arbeiten, sondern versuchen es in jeder Lebenslage objektiv zu beraten. Wenn das nicht möglich erscheint, sollte man zumindest nicht anfangen es zu bestrafen oder ihm seine Träume um jeden Preis ausreden.

Ich gestehe, das alles kann sehr schwierig sein. Aber Kinder sind keine Besitztümer, sie haben ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen und als Eltern sollte man ihnen helfen ihren Platz im Leben zu finden, wo auch immer dieser sein mag.